Warum machst du dir die Mühe die ganzen Hundesachen selber zu machen? Das kostet doch bestimmt viel mehr als es zu kaufen und die viele Zeit!!
Eine Nähunkundige mit 2 linken Händen für alles Handwerkliche.
Die Arme! Definitiv hat sie andere Qualitäten. Ich habe ihr erzählt warum ich es liebe Hundesachen selber zu machen:

1. Ich kann das Material bewusst auswählen

Ob es hier nun zum Beispiel um ein Hundebett geht, das nur genäht wird oder ob es zum Beispiel ein Hundesofa wird, für das auch ein Gestell gebaut werden muss – ich entscheide selber. Vielleicht haben wir noch Holz in der Werkstatt , das ich dafür nutzen kann. Vielleicht möchte ich ein besonderes Kunstleder nutzen, vielleicht soll es für die Farbe vom Holz ein besonderer Lack sein, der mir am ungefährlichsten für die Hunde erscheint. Ich bin frei in meiner Entscheidung ganz bewusst auf das Material zu schauen. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl. Ein bisschen Unabhängigkeit von den Herstellern und ihrer Wahl, die ganz sicher oft weder nachhaltig noch gesundheitlich unbedenklich ist.
Meine Materialwahl – meine Entscheidung.

2. Das Design selber bestimmen

Bleiben wir bei den Hundeschlafplätzen: Da passen bei uns ganz oft die Standardmaße nicht, oder wir finden kein Hundebett dass zum Wohnstil passt. Am Beispiel von selbst gemachten Hundehalsbändern kann ich selber bestimmen, ob ich es schlicht oder aufwändig mag. Will ich einen Namen oder eine Telefonnummer draufsticken. Oder wird eine alte Jeans als Webbandersatz mit eingearbeitet. Welche Farbe? Welche Größe für die Verschlüsse? Wie breit soll das Halsband werden?
Viele Entscheidungen zu fällen, aber dann habe ich ein Unikat, das es so kein zweites Mal gibt. Großartig! Oder?

3. Ich kann die Passform an den Bedarf anpassen

Die Passform… das ist nicht nur bei uns Menschen ein Thema. Ein Beispiel: Ich habe für unseren Golden Retriever einen Hundebademantel genäht. Erst einmal nur aus einem alten Handtuch. Das war gut so, denn so konnte ich die Passform überprüfen und musste feststellen, dass der Schnitt für ihn nicht ganz passte: Der Rücken etwas zu kurz, dafür die Bauchgurt zu lang. Kein großer Aufwand es beim nächsten Mantel aus dem gewählten Stoff anzupassen.
Genau das ist aber was ich damit ausdrücken möchte: Jedes Lebewesen ist anders und ein „Hundebademantelschnittmusterdesigner“ kann einfach nicht jeden Hundekörper zu 100% berücksichtigen – also passe ich beim Hund genauso an wie bei mir.
Ich bin damit hochzufrieden.

4. Kreative Spielwiese

Irgendwo sieht man doch immer eine Anregung. Schickes Halsband gesehen? Gibt es so nicht zu kaufen? Na dann mache ich es eben selber. Ich mag die Spielereien an meinen Projekten – ohne es kitschig zu machen. Eine dezente Trapunto-Stickerei auf dem Hundebett? Dem Impfausweis eine Hülle verpassen mit dem Namen und vielleicht einer Pfote. Eine Weste (für mich) für den Hundespaziergang nähen, die die Taschen in der richtigen Anzahl und an der richtigen Stelle hat. Mit kleiner Öse für die Hundebeutel. Mit Stehkragen oder Kapuze. In wilden oder dezenten Farbstellungen. Die Möglichkeiten sind so unglaublich vielfältig, wenn man es selber machen kann.

5. Mir und anderen eine Freude machen

Schlussendlich mache ich mir selber damit eine Freude, wenn die Dinge, die ich für mich und meine Hunde haben möchte, so sind wie ich es haben möchte. Das bietet natürlich auch eine Vielzahl an Geschenkmöglichkeiten. Die Beschenkten freuen sich meistens sehr über ein individuelles Geschenk. Immer die Möglichkeit ein kleines Dankeschön aus der Werkstatt oder aus dem Nähzimmer zu zaubern.
Garantiert sorgt das für ein lächeln – bei mir, wenn es gelungen ist und bei dem Beschenkten, der/die damit gar nicht gerechnet hat.
Ist es nicht schön Freude zu bereiten? Ich finde es großartig, dass ich für liebe Mitmenschen Hundesachen selber machen kann.